Lhasa Apso

Standard

Der Lhasa Apso ist ein stolzer und selbstbewußter Kleinhund.

Diese Hunde wurden in bestimmten Gegenden um Lhasa gezüchtet; in Klöstern und Häusern der Adligen des Landes sowie im Potala, dem Palast des Dalai-Lama. Die Exklusivität aristokratischer Hunde hat der Lhasa Apso sich bis heute bewahrt.

Von Natur aus zeigt er eine stolze Haltung und ist mißtrauisch gegenüber allem Fremden. Er hat jedoch ein liebevolles und anhängliches Wesen gegenüber seinem Besitzer und seiner Familie, ohne dass er dabei seine Eigenständigkeit aufgibt, wobei er eine starke Bindung an seine Familie entwickelt.

Er ist sehr wachsam und meldet sofort jeden Besucher, noch bevor die Türglocke erklingt. Dabei ist er aber kein Kläffer.

Trotz seiner Herkunft paßt er sich jedem Klima an. In seiner robusten, noch nicht überzüchteten Art animiert er seinen Besitzer zu langen Spaziergängen, ohne Ermüdungserscheinungen zu zeigen.

Erste Importe dieser Tiere wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts in England verzeichnet. Als im Jahre 1928 die Baileys von Indien nach England zurückkehrten, brachten sie auch eine Anzahl von kleineren Apsos mit. Diese wurden von den Tibetern in zärtlicher Zuneigung "Apso Seng Kye" oder "bellender Löwenhund" genannt.

In England wurden diese Hunde auch als "Seng-Tru" (kleiner Löwe) oder "Talisman-Hund" bezeichnet.

Ein Apso besticht durch sein Fell - dem Produkt eines jahrhundertelangen Lebens in hartem Klima, mit starkem Frost und eisigen Winden im Winter und Sandstürmen im Sommer.

Das lange, verschwenderische Haarkleid des Apsos überdeckt Kopf, Rumpf und Gliedmaßen völlig. Wie alle tibetischen Hunderassen besitzt er ein doppelschichtiges Haarkleid. Rassetypisch ist der stark behaarte Kopf - die Haare fallen über die Augen.

Der Standard spricht bei der Haarlänge nur von "genügender Länge". Bei sachgerechter Pflege kann der Lhasa Apso jedoch eine Haarfülle bekommen, bei der das Deckhaar nicht selten bis zum Boden reicht.

Es ist ein wunderschöner Anblick, wenn ein solcher Apso durch den Ausstellungsring geführt wird.

Zum Trost des Besitzers, dessen Hund keine solche Haarpracht aufzuweisen hat, muss man sagen, daß so ein Ausstellungshund ein sehr "behütetes" Leben führen muß.

Der Lhasa Apso ist jedoch trotz seiner geringen Größe und seines üppigen Haarkleides kein Schoßhund. Im Gegenteil er ist ein Naturbursche; robust, widerstandsfähig und kräftig bemuskelt, spielt, tobt und bewegt er sich gerne.

Er hat ein liebevolles und anhängliches Wesen, ohne dabei jedoch seine Eigenständigkeit aufzugeben. Um seinen Willen durchzusetzen, kann er sich als perfekter Schauspieler aufführen. Geht sein Besitzer jedoch geschickt mit ihm um, macht er fast alles, um ihm zu gefallen, aber nur freiwillig!

Wenn man ihm erlaubt Mittelpunkt der Familie zu sein, ist er ein sehr guter Familienhund und da er sehr anpassungsfähig ist, kann man ihn problemlos überall hin mitnehmen.

Sein Verhalten und seine Eigenschaften machen ihn zum idealen Haus- und Wohnungshund - ob für die Großfamilie oder auch für eine Einzelperson.

Der zukünftige Besitzer des Lhasa Apso muß wissen, dass diese Rasse sehr langlebig ist und nicht selten 16 und mehr Jahre alt werden kann. Man sollte sich also bewußt sein, dass es gilt, lange Zeit Verantwortung für diesen Hund zu tragen.

 

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